Dieses Mal werdet ihr nicht eine einfache Konzert Review zu lesen bekommen. Zwei Tage waren wir mit The Pleasures und Sonic Roots unterwegs und möchten auch von den kleinen UnWEGsamkeiten berichten.
Wir waren noch nicht ganz aufgebrochen, als schon das Chaos begann. "Niina, du fährst nach Lübeck!", "Nein, ich fahre nach Hamburg!", "Sicher?"
Kurze Zeit später waren wir tatsächlich in Hamburg, was die Sache aber nicht unbedingt erleichterte, denn vor lauter Quatschen hatte ich kurzfristig die Orientierung verloren und somit vergessen, nach den Schildern zur A7 Richtung Hannover Ausschau zu halten. Würden wir etwa nach Bremen fahren?
Oder doch am Donnerstag schon nach Berlin?
Nach einer kurzen "Umziehen auf der Raststätte" Pause (warum kann man sich eigentlich nicht vor dem Losfahren schon umziehen?) kamen wir genauso pünktlich wie wir abgefahren waren und lediglich zwei U-Turns später in Hannover (wer da schon mal Auto gefahren ist, kann mich verstehen!) am SOMA an.
Der Einlass hatte noch nicht begonnen, aber es standen bereits wartende Fans vor der Tür… Dabei war es doch noch eine Stunde! Aber frühes Kommen sichert bekanntlich Plätze in der ersten Reihe :) Oder jedenfalls einen nahe gelegenen Parkplatz.
Nach und nach trudelten immer mehr bekannte Gesichter ein und es schien, als würden sich alle kennen. Nicht jeder jeden, aber den nächsten dann doch.
Vor dem eigentlichen Konzertbeginn, aber nach dem Einlass sollte der Sonic Roots Soundcheck stattfinden, weswegen wir unser Interview auf die Zeit nach dem Konzert verlegten. Allerdings fand kein Soundcheck statt.
Als es auf 9 Uhr zuging, fiel uns auf, dass vorhin die Pleasures geschlossen gegangen und bisher nicht wieder aufgetaucht waren. Und geschminkt hatten sie sich auch noch nicht?
Bereits kurze Zeit später hielt ein Wagen mit quietschenden Reifen vor der Tür, das konnte nur der Lord sein! Ein zweiter parkte dahinter und die Herren waren vollzählig anwesend.
Also wurde es Zeit hinein zu gehen und sich selbst vor der Bühne zu postieren, wo nach wenigen Sekunden die Hamburger erschienen. Neben alten und älteren Songs von beiden bereits ausverkauften Silberlingen kamen wir auch in den Genuss einiger neuer Stücke der im Spätsommer erscheinenden dritten CD, wie beispielsweise "Some like it Rock" (was bereits im März als Single veröffentlicht wird).
Leider wurde "Dogshit on the Catwalk" aus der Setlist gestrichen, weil es live (und nicht unplugged) nicht funktionierte, wie der Lord mir nach dem Konzert erklärte. Dafür präsentierte der frisch zum Ritter geschlagene ‚Lord of Ireland und von Hinten' (Sensai) uns mit "October 29" ein weiteres Meisterwerk aus seiner Feder, bei welchem im Übrigen bereits zum zweiten Refrain alle mitsangen.
In Hannover (oder Deutschland, wie der Lord beim Anblick vieler bekannter Gesichter feststellte) wurden die Flitterwochen mit "Sex" in Form einer Adam Bomb Coverversion abgeschlossen, wobei doch erst in Berlin geheiratet werden sollte.
Die Umbaupause dauerte nicht lange. Eigentlich fand nur ein kurzer Personenwechsel nach dem Beiseiteräumen einiger Equipmentteile statt, bevor drei Finnen die Bühne betraten und nach einem kurzen Intro der vierte zu ihnen stieß. Das Publikum machte es Sonic Roots anfangs nicht leicht, waren doch die meisten wegen The Pleasures von teilweise weit her angereist. Dennoch gaben Sonic Roots ihr Bestes, welches leider von technischen Problemen erschwert wurde. Was aber nicht bedeuten soll, dass sie sich entmutigen ließen. Wenn ein Mikrophon nicht genug Power brachte, nahm man eben ein zweites dazu! Da konnte man auch drüber hinwegsehen, dass die Backgroundvocals ausfielen.
Dass Sänger Henry Lee Roots seinen Bassisten allerdings als Drummer vorstellte, ist ein noch ungeklärtes Phänomen. Jedenfalls fiel ihm sein Fehler gleich auf und er korrigierte sich.
Das anfangs verhaltene Publikum ließ es sich zum Ende nicht nehmen, lauthals nach einer Zugabe zu schreien und mehr zu fordern. Dieser Wunsch wurde gleich mit zwei Songs erfüllt und bereits am späten Abend auf einen "Trashy Morning" hingewiesen.
Aber dieser sollte noch auf sich warten lassen. Zwischen diversen Fotoshootings beschlagnahmten die finnbands Mädels Puschel und Niina Henry und wollten ihn zum Interview entführen. Allerdings bat er darum, das Interview doch auf den nächsten Tag und vor das Konzert zu verschieben, worauf wir uns nach einigem Protest doch einließen. Es sollte sich auch nicht als Fehlentscheidung herausstellen.
Die Halle hatte sich mittlerweile bis auf den harten Kern ziemlich entleert. Es waren während der Konzerte doch noch fremde Gesichter dazugekommen, die allerdings nicht an der Party danach teilnahmen. Sie sollten einigen Spaß verpasst haben.
Gegen halb drei war allgemeiner Aufbruch angesagt. Eigentlich hätten wir alle gemeinsam losfahren können, hätte Henry nicht noch vergeblich den kleinen Mann gesucht. Wir waren ein wenig verwirrt, von welchem kleinen Mann er sprach und er erklärte uns, dass sein Bassist verschwunden war.
Er sollte aber bis zum nächsten Tag wieder auftauchen.
Die vier Hamburger / Schleswig-Holsteiner Mädels machten sich auf zu einem Übernachtungszwischenstopp mit und bei der Braunschweiger Freundin auf. Dort sollte noch eine mittelschwere Fressorgie und viel Gequatsche folgen, bis wir gegen 5 Uhr morgens alle halb tot in die Schlafsäcke fielen.
Am nächsten Tag konnten wir frisch geduscht und vollgefuttert um halb drei aufbrechen und wären möglicherweise auch pünktlich um 18 Uhr am Wild at Heart gewesen, wäre da nicht das Problem mit dem Umziehen.
Es machte aber nichts, dass wir erst um halb sieben da waren, denn Herr Roots war noch verschollen. Im Café nebenan tranken wir eine Cola und Sonic Warland regelte das Problem mit dem abwesenden Sänger, der bald darauf erschien. Der Interviewmarathon konnte beginnen. Dass wir so die Finnen ungewollt vom Essen abhielten, war nicht geplant und nicht beabsichtig. Und sie waren damit einverstanden. Mehr zum Interview später an entsprechender Stelle.
Als die Zeit gekommen war, zogen wir in den Club um und stellten erstaunt fest, dass dort viele Leute in der ersten Reihe vor der Bühne saßen. Der Rest des Clubs sollte sich nach und nach füllen und später richtig voll werden.
Beginnen sollten die Pleasures eine Stunde später als gedacht und so zog sich die Warterei noch recht lange hin, was die von Beginn an schlechte Luft nicht besser machte.
The Pleasures heizten kräftig mit geänderter Setlist ein und feierten eine gute Party mit dem Publikum.
Die Pause zwischen den Konzerten ließ sich bald nicht mehr als solche bezeichnen, denn nach nicht mal 5 Minuten begannen Tero, Jarkko und Björn ihr Intro, von dem ich erst dachte, sie klimperten noch ein wenig herum. Ich wollte doch den ersten Andrang an der Bar abwarten und mir dringend etwas zu trinken holen. Ein Durchkommen nach Hinten wäre wohl noch möglich gewesen, allerdings wäre ich sicher nicht wieder nach vorne gekommen. Außerdem hatte ich zwischenzeitlich realisiert, dass es los ging. Henry ließ aber auf sich warten. Er kam und kam nicht, auch nicht auf Anfeuerungsrufe von Band und Publikum, erst als Jarkko ihn holen ging.
Was auch immer passiert war… Jedenfalls sah Henry nicht wirklich vorbereitet aus, er hatte sich noch nicht einmal seine Bühnenhose angezogen, nur schnell die Jacke übergeworfen. Dennoch konnte es losgehen. Die Klamotte ist nebensächlich, auf die Musik kommt es an. Und wenn die Technik dann endlich mitspielt, ist es umso besser.
Nicht nur die Stimmung im Publikum war wesentlich besser als in Hannover, auch schienen die Jungs auf der Bühne mehr Spaß zu haben.
Dennoch erschien mir das Konzert irgendwie kürzer. Die eingängigen Melodien und Text schienen den Hannover Besuchern bereits vertraut zu sein und so sangen in Berlin deutlich mehr Leute mit.
Oder waren die Hannover Leute verschwunden? Ich erinnere mich nicht mehr wirklich, denn ich war hin und weg von der Show.
Es hat wirklich Spaß gemacht und definitiv Lust auf mehr.
Nach dem Konzert hieß es erst einmal "raus"! Frische Luft und vor allem Sauerstoff war dringend notwendig. Schade nur, dass es so kalt war.
Die Afterparty zog sich noch eine ganze Weile hin, wurde aber beendet, da der Fahrer wirklich müde war und am nächsten Tag wieder fahren musste.
Eindeutiges Fazit: gerne wieder! Es war schön mit euch!
Danke an:
Henry, Tero, Jarkko und Björn
Dancette, Lord, Sensai, Neo und Razz
Corinna
Die Mädels:
Scandia, Gloria, Conny (und Papa), Monique
Puschel und Nicole, Nati und Anhang
Kathrin und Sandra, Franzi und Lili, Ize, Anni, Melliy, Nina
Und alle anderen, die für tolle Stimmung gesorgt haben!
Die, die nicht da waren, sollten das nächste Mal kommen!
Bilder: Sonic Roots Hannover
Bilder: Sonic Roots Berlin
Bilder: The Pleasures Hannover
Bilder: The Pleasures Berlin
The Pleasures
Sonic Roots
19. Februar 2007
Niina © finnbands.com