Als wir uns auf den Weg zum Musta Härkä machten, hatten wir unsere Erwartungen in der Kategorie "sehr kleines, aber bestimmt rockiges und gutes Konzert" angesiedelt. Die Einordnung erfolgte aufgrund des Veranstaltungsortes und des Stempels "Ex-Spiha-Sänger", der der Band anhaftete.
So weit so gut. Nachdem wir den Veranstaltungsort erreicht hatten, fügten wir unseren Erwartungen noch ein "bestimmt interessant" hinzu, denn wir waren in einer Kneipe mit betrunkenen, sich prügelnden Finnen -die auch später Einfluss auf das Konzert nehmen sollten- gelandet. Das Equipment der Band war in irgendeiner Ecke eher ab- als aufgestellt. Da sich daran anscheinend nichts ändern sollte, suchten wir uns einen strategisch günstigen Platz und warteten ersteinmal ab. Die Band platzierte sich langsam, wobei man anfangs nicht ganz ausmachen konnte, ob sie spielbereit waren oder eigentlich nur ihre Instrumente umräumen wollten. Der Sänger hingegen lief immer noch umher, verschwand durch eine Tür etwas abseits in einen Hinterraum und tauchte auch nicht mehr auf. Plötzlich ertönte über das Mikrophon seine Stimme: "Wenn ich nicht im Hinterzimmer singen soll, muss jemand bitte die Tür aufmachen". Er wollte effektvoll ganz plötzlich singend aus dem Nichts hinter der Band auftauchen, hatte sich jedoch leider ausgesperrt. Nach dieser unterhaltsamen Verzögerung legten sie endlich los! Wir wollen uns nichts vormachen. Etwas überraschend Neues wurde nicht geboten, dafür aber energiegeladener Rock der Helsinkier Schule. Die Band zeigte vollen Einsatz und ließ sich von den ungünstigen Umständen nicht abhalten. Trotz dazwischenwankender Kneipengäste präsentierten sie mit Freude ihre vier Songs, die man sich auf ihrer Homepage anhören kann, und einige andere Lieder und feierten ordentlich mit dem Dutzend Freunde der Band und den wenigen anderen, die wegen der Musik gekommen waren. Publikumseinbezug und viele Tanzeinlagen, welche sowohl die Höhen als auch die Tiefen auskosteten (Stühle und der Boden), wurden genutzt, um Schwung in das Ganze zu bringen. Manchmal mutete der Bewegungsdrang jedoch auch Aggressionskompensation an :) Ich denke, es ist nur fair zu sagen, dass sie das Beste aus diesen Umständen gemacht haben.
Sollte sich euch also die Gelegenheit bieten, ein Konzert der Sonic Roots aufzusuchen, lasst sie euch nicht entgehen. Euch erwartet ein unterhaltsamer Abend mit einer Band, die mit Energie und vor allem Spaß für euch performt und letztendlich nur eines will:
"Everybody boogie, everybody go, I wanna see your rock'n roll!"
zu den Bildern
Sonic Roots
30. Juni 2006
S.B. © finnbands.com