Ich bin zwar bisher erst drei Mal im Gloria gewesen, aber für einen Samstagabend war es trotzdem extrem leer. Das lag wahrscheinlich daran, dass Timo Rautiainen im Virgin Oil spielte und ein Marathon den Tag über stattfand, an dem einige potentielle Private Line Zuschauer teilgenommen haben könnten.
Private Line waren allerdings nicht die einzigen, die sich die Ehre gaben, sondern auch Vanity Beach und Sleazy Dream.
Gloria ist eine Halle, die einem Kleinstadttheater gleicht. Allerdings für Konzerte nicht gerade die Beste Location, da der Sound nicht so gut ist, wie in anderen Clubs und Hallen.
Vanity Beach ist eine industrial-gothic-rock Band aus Helsinki, um mal einige Schubladen zu nennen, in die man die Band einordnen könnte. Auf jeden Fall etwas anderes als die anderen finnischen Bands. Aber es war extrem leer, als Vanity Beach gegen 10 die Bühne betraten. Entweder waren sie noch zu unbekannt (die Band existierte erst seit 2002) oder es war einfach nicht die passende Musik für Finnland. Sehr schade, denn Vanity Beach waren, wie ich finde, eine tolle Band und ein guter Liveact. J war ein sehr energiegeladener Frontmann und Sänger. Er sprang die ganze Zeit herum und gab alles. Die wenigen Fans, die da waren, genossen die Performance in allen Zügen. Nach weniger als einer halben Stunde war es auch schon wieder vorbei, viel zu kurz um sich ein komplettes Bild von der Band zu machen, wenn man sie vorher noch nicht kannte.
Danach waren Sleazy Dream an der Reihe, eine finnische Sleazerock Band, deren Sänger sich ein wenig nach Axl Rose von Guns'n'Roses anhörte.
Jo's Augen hatten einen Glanz, den man selbst von der hintersten Ecke des Glorias sehen konnte. Er gehört einfach auf die Bühne. Davon war auch das nicht sehr stark angewachsene, aber zur Hälfte ausgewechselte Publikum überzeugt. Die vier Jungs ließen die 80er Jahre wieder aufleben und alle im Gloria daran teilhaben. Nach ca 40 Minuten war alles wieder vorbei. Aber man sei gespannt auf die neue Platte von Sleazy Dream, an der sie gerade arbeiten.
Gegen Mitternacht, wie üblich, betraten Private Line die Bühne. Die Menge war vielleicht um maximal 40 Leute angewachsen, also immer noch sehr wenige verglichen mit anderen Shows dieser Band, jubelten den fünf Finnen aus Helsinki zu und los ging es mit dem Kracher "Evel Knievel Factor". Die Jungs gaben alles, das Publikum war begeistert und sprang im Takt, sang mit und applaudierte so heftig, man hätte meinen können, das Gloria wäre voll gewesen. Es war ein sehr energiegeladener Auftritt, aber das ist typisch für Private Line. Egal wie müde, ko oder betrunken man auch sein mag, wenn Private Line spielen, reißt es jeden vom Hocker. Man muss einfach mittanzen und rocken. Nach einer Stunde und "Billion star hotel" war die Show vorbei, aber was wäre ein Konzert ohne Zugabe? Also kamen sie zurück auf die Bühne um noch drei weitere Songs zu spielen.
Hier ist Private Line's Setlist:
Evel Knievel Factor
Superstar IQ
Cheerleaders & Dopedealers
Goods of rewind
Already Dead
Sound Advice
The SINdicate
Uniform
Prozac Nation
1-800-out-of-nowhere
Alive
Broken Promised Land
Billion Star Hotel
als Zugabe:
Live Wire
Making a mess since '77
Grown like Others
Bilder:
Sleazy Dream
Private Line
www.vanity-beach.com
www.sleazydreamband.com
www.privatelineweb.com
18. August 2007
Nina © finnbands.com