Jann Wilde & Rose Avenue und Negative

"Lord Jonne is an Asshole"


Jann Wilde & Rose Avenue aus Tampere / Finnland wagten sich, das überwiegend aus Mädchen bestehende Publikum für Negative einzuheizen. Musikalisch waren sie mir bisher unbekannt, aber das soll nicht heißen, dass sie schlecht wären. Eine gute Wahl, die gut zum Hauptact passte. Sänger Jann Wilde beeindruckte in einem schwarzen Outfit mit silberfarbenen glitzernden Sternen besonders durch seine Pantomime, die er zu den Songs aufführte und damit etwas sehr eigenes verbreitete, wenn er nicht gerade Gitarre spielte. Von Gesicht und Frisur her könnte er übrigens ein dritter, junger Mikkonen Bruder sein. Gitarrist Ardé beeindruckte am meisten seinen Boy George Style. Tender Rexx, seines Zeichens Drummer, wirkte durch das zweite aufgebaute Drummset platzmäßig ein wenig in die Ecke gedrängt, fiel aber durch seine wirren blonden Haare und künstlerische Einlagen mit den Sticks auf.
Bassist René stand nicht nur sehr weit links außen, etwas Abseits vom Geschehen, er wirkte auch rein optisch leicht fehl am Platz.
Eine weitere, der vielen finnischen Nachwuchsbands, die es vielleicht schaffen könnten. Der erste Schritt durch den Support von Negative ist getan und die Vorstellung in Deutschland gelungen.

Nach der Umbaupause betraten Negative die Bühne, angekündigt durch Zirkusmusik und eine dicke Nebelschwade.
Sie eröffneten mit Glory of the Shame und zogen ein Set gemischt aus allen drei Alben auf.
Die Stimmung auf der Bühne brodelte, während das Publikum recht ruhig blieb und nur auf Aufforderung mitging, sich dafür aber umso mehr von Jonnes Andeutungen zum Kreischen bringen ließ.
Wie gehabt stellte sich mir wieder die Frage, ob man bei diesen beiden Gitarristen, der eine ein neoglammiger Pinker mit dem Namen Sir Christus, der andere ein 70er Hippie Retro Typ namens Larry Love, die wissen mit ihren Instrumenten umzugehen, wirklich einen Keyboarder benötigt, der sich unauffällig im dunklen Hintergrund aufhält, auch wenn Nakki mittlerweile in Person und am Instrument stylisch angepasst wurde. Jay hingegen wirkte rein optisch immer noch wie der Aushilfsdrummer, der versehentlich in diesen Haufen geraten ist, aber dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - von Jonne angebetet wird. Antti stand wie immer im Hintergrund der Show von Christus und Larry oder auch Jonne, ließ es sich jedoch nicht nehmen, gelegentlich die Aufmerksamkeit des Publikums für sich zu fordern.
Beendet wurde das Konzert mit zwei Zugaben, deren Forderung langsam aus den hinteren Reihen nach vorne getragen wurde, und Inspiration bekam einen neuen Text: "I am an asshole"
Bevor "Goodbye" aus der Konserve ertönte, wurden nicht nur Christus' Gitarreneinlagen á la ‚in allen möglichen und unmöglichen Verrenkungen spielen' vermisst, sondern auch sehr schmerzlich die Rosen, die einfach ein wunderschönes Abschiedsritual und etwas Besonders waren. Schade!

Glory of the Shame
In my Heaven
Misery
Reflections
Misty Morning
Naive
Moment of our Love
A Song for the Broken Hearted
My My Hey Hey
One Last Shot
Planet of the Sun
L.A. Feeding Fire - one way ticket to LA
Frozen to loose it all
In Memorian
________
Until you are mine
Inspiration

zu den Bildern:
Jann Wilde & Rose Avenue
Negative

jwra.net
negative.fi

3. November 2006
Niina © finnbands.com
Danke an Mike ;)

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