Logo Hamburg, 23. Mai 2007
Seit der letzten Entwine Tour in Deutschland war nur etwa ein halbes Jahr vergangen, schon gaben sie sich wieder die Ehre. Dieses Mal jedoch ohne die bereits Ende 2006 ausgestiegene Keyboarderin Riitta und ohne den verhinderten Gitarristen Jaani.
Während die Shows seitdem ohne Keyboard stattfinden, wurde die Gitarre von Janne Selo (Uniklubi) übernommen.
In Hamburg sollten Entwine ihre Premiere mit dem Ausleihgitarristen feiern und man harrte gespannt der Dinge, die da kommen würden.
Wusste ich im Laufe des Nachmittages noch nicht so recht, ob ich überhaupt losfahren würde, war ich schlussendlich doch noch sehr zeitig am Hamburger Logo. Dort verbrachte ich nach der Begrüßung einiger bekannter Gesichter die verbleibende Zeit bis über den Einlass hinaus mit guten alten Bekannten und wir beobachteten, wie Entwine nach dem Soundcheck die Instrumente wieder in den Bus schafften.
Bedachte man, wie großzügig der Backstage Raum in Logo bemessen war und dass für diesen Abend drei Bands angekündigt waren, wurden einem die mehrmaligen Aus- und Einladeaktionen klar.
Mittlerweile klärte sich unter uns auch die Frage, wer denn Support und wer Headliner sein würde, so dass wir möglicherweise doch informierter waren als die Bands selbst, als wir die Straße überquerten und das Logo betraten.
Kurz vor neun betrat die deutsche Band "Jesus on Extasy" die Bühne. Gothic vor Gothic, Elektronik vor Rock- mir persönlich ist die zweite Variante lieber.
Somit mag ich auch nicht allzu viel zu Jesus on Extasy sagen, bis auf, dass der Sänger auch gut bei Lovex hätte ausgeliehen sein können - jedenfalls rein optisch. Nach einer guten halben Stunde verließen sie die Bühne, um allerdings nach etwa 5 Minuten, als schon niemand mehr mit ihnen rechnete, wieder zu kommen und einen letzten Song zu spielen.
Setlist:
Drowning
Nuclear Bitch
Assassinate Me
Alone
Nowhere Girl
Holy Beauty
Neochrome
Nach der darauf folgenden Umbaupause betrat endlich der lang ersehnte Co Headliner Entwine die Bühne, eröffnete mit "Out of you" und zog damit gleich den sich mittlerweile recht gefüllten Saal auf seine Seite. Der Beginn des Konzertes hielt sich mit Stücken des aktuellen Albums "Fatal Design" auf und weiter ging es mit "Surrender". Aus dem einen Augenwinkel versuchte ich Janne zu beobachten, aus dem andere, den Rest der Show zu verfolgen. Während ich meine, dem einen angesehen zu haben, wie er sich immer sicherer fühlte - berechtigt, denn er machte einen verdammt guten Job! - tobte Sänger Mika immer ausgelassener über die Bühne und das Publikum war aus dem Häuschen.
Nach drei Songs wechselte das Set zum Vorgängeralbum "DiEversity", womit die Töne ein bisschen sanfter und für einen Teil des Publikums ein bisschen unbekannter wurden. Beides tat jedoch der guten Stimmung keinen Abbruch und ganz im Gegenteil, wurde es auf der Bühne immer wilder, zumindest um Mika herum, der hin und her rannte und wohl nicht nur aufgrund der Hitze - das Logo machte seinem Ruf als Norddeutschlands größter Sauna alle Ehre - Drummer Aksu immer wieder mit Wasser bespritzte. Im Laufe der Zeit wurde auch das Publikum ein wenig erfrischt und es schien, als hätte Mika an Janne einen Narren gefressen gehabt, nutzte er doch mehrfach die Gelegenheit, ihn zu necken, wo er konnte. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube das mit dem Wasser unter Jannes Klamotte war auch Mika. Insgesamt war auf der Bühne eine mindestens eben so gute Stimmung wie im Publikum, welches aktiv mitmachte und jeder Auffoderung zum Klatschen gerne nachkam.
Nach fünf Songs der "DiEversity" folgte ein Ausflug in die Welten der "Time Of Despair" um aber sogleich zu "Fatal Design" zurück zu kehren und mit "Losing the Ground" vom Album "Gone" zu beschließen. Ein bisschen komisch fand ich jedoch die Abfolge der Stücke, wie sie auch auf dem Album sind. Was allerdings nicht auf Langeweile hindeuten soll. Und Entwine sind live noch besser als auf den Silberlingen. Gesamt gesehen ist die Mischung aus vier Alben gelungen und nicht zu durcheinander geraten, denn stilistisch unterscheiden sich die verschiedenen CDs doch ziemlich, vor allem Fatal Design von seinen Vorgängern.
Nach einer unendlich scheinenden Pause und nur wagen Zugabe Rufen wurden Entwine doch noch einmal auf die Bühne gelockt, wo sie eine noch ausgelassenere Party feierten und mit Sicherheit ein Lächeln in das eine oder andere Gesicht eines Fans zauberten.
Nach immerhin 14 Songs war die Show doch noch viel zu schnell vorbei.
Da ich noch vor Dopestars Inc. aufbrechen musste und somit keine Gelegenheit hatte, den Abend entspannt ausklingen zu lassen, freue ich mich umso mehr auf den zweiten Teil und das Abschlusskonzert in Berlin.
Setlist:
Out Of You
Surrender
Chameleon Halo
Someone to Blame
Bleeding for the Cure
Still Remains
Frozen by the Sun
Bitter Sweet
Time of Despair
Break Me
Fatal Design
Losing the Ground
__________
Refill My Soul
Curtained Life
zu den Bildern
Entwine
23. Mai 2007
Niina © finnbands.com