Nachdem wir den Flug und auch die Busfahrt vom Flughafen ins Zentrum von Helsinki unbeschadet überstanden hatten, galt es nun, das Lönnrot-Hostel zu finden. Glücklicher Weise war das kein Problem und nachdem wir das Zimmer bezogen und uns geduscht hatten, ging´s auch schon los zum ersten "Termin". Die kurze Runde durch Helsinki´s Innenstadt endete um kurz vor Sieben - und viel zu früh - vor dem Tavastia Klubi. Einlässe und Konzertbeginne wie man sie aus Deutschland kennt, sind in Finnland nicht die Regel und somit waren wir mehr als eine Stunde zu früh vor der Location. Kurz entschlossen sind wir also zurück zum Hostel: warum in der Kälte stehen, wenn das warme Zimmer nur fünf Minuten weg ist?! Pünktlich zum Einlass für geladene Gäste fanden wir uns also um kurz nach Acht wieder beim Tava ein und wurden von unserem "persönlichen" Security bis in den VIP-Bereich geleitet. Nun waren wir also im hinteren Teil des Clubs und befanden uns auf einer Art Galerie, von der aus wir den besten Blick über den Saal und auf die Bühne hatten.
Nach und nach fanden sich auch immer mehr geladene Gäste im oberen Teil des Clubs und vorzugsweise direkt an der dort befindlichen Bar ein, wohingegen es im unteren Bereich des Tava noch immer leer blieb. Gegen 21 Uhr begann nun auch der Einlass für die "Normalsterblichen" und der Tavastia Club sich somit langsam...wirklich langsam zu füllen.
Wenn in Finnland die Location nach einer halben Stunde so voll ist, wie sie es in Deutschland nach fünf Minuten wäre, dann genügt das schon, um die erste Band auf die Bühne zu stellen. Und so begannen The Odorants um halb zehn mit ihrem Gig vor einer - für deutsche Verhältnisse - kläglichen Menschenmenge vor der Bühne und einer umso größeren Anzahl ziemlich desinteressierter Leute auf der Galerie. Was das Gemüt eines deutschen Konzertgängers ziemlich schockiert, ist in Finnland das normalste in der Welt und keinesfalls ein Zeichen für ein schlechtes Konzert.
Nachdem wir bei The Odorants noch auf unseren Plätzen verblieben waren und uns die Show in aller Ruhe angeguckt hatten, war es als Bloodpit auf die Bühne kamen nun an der Zeit, Stellung zu beziehen, um möglichst viel Bilder zu machen. Inzwischen war es im Club ein bisschen voller geworden und auch die Stimmung im Publikum schien besser, als sie es zu Beginn gewesen war...ob das nun am Bier oder an der Überzeugungskraft der ersten Band gelegen hat, lässt sich zu diesem Zeitpunkt schwer nachvollziehen. Wie zu erwarten, war es uns von oben nicht möglich, wirklich gute Bilder zu machen, so verließen wir bereits nach Bloodpit`s Opener "Rotten To The Core" unseren privilegierten Platz und mischten uns in die Menge. Probleme, direkt vor die Bühne zu kommen, gab es dank dem zurückhaltenden finnischen Publikum auch keine und so positionierten wir uns zunächst rechts der Bühne. Dort ließen wir die nächsten zwei Songs auf uns wirken und begannen damit, die ersten Bilder zu schießen. Das Publikum und auch die Atmosphäre im unteren Bereich des Clubs wurde mit jedem Lied der Band besser - schienen die Leute hier doch tatsächlich wegen der Musik gekommen zu sein. Da Fotos ja nicht immer das gleiche zeigen sollen, entschieden wir uns zu einem Perspektivenwechsel und gingen an die andere Seite der Bühne. Hier verbrachten wir nun den Rest des Auftritts von Bloodpit und während die Band Lieder wie "Platitude" und ihre neue Single "Wise Men Don´t Cry" spielten, konnten wir beobachten, wie das Publikum immer lebendiger wurde. Die aktuelle Single bildete auch gleichzeitig den Abschluss des Gigs und Bloodpit verließen unter Applaus die Bühne, der nach und nach durch "We want more"-Rufe der Zuschauer abgelöst wurde. Lang ließen sie sich nicht bitten, kamen zurück und spielten ihren wirklich letzten Song "Born a whore", bevor sie die Bühne endgültig für die dritte Band des Abends "Animal Alpha" aus Norwegen frei machten.
Alles in allem schien es ein gelungener Auftritt gewesen zu sein, mit dem die Band durchaus zufrieden sein kann. Für alle Interessierten hier noch einmal die Setlist des Abends:
1. Rotten To The Core
2. Bad-Ass Blues
3. Off The Hooks
4. One Life
5. One More Time
6. Play Your Role
7. Balls
8. Platitude
9. Wise Men Don't Cry
Encore:
10. Born A Whore
zu den Bildern
Bloodpit
10. April 2007
Anna © finnbands.com