Insomnium
Schon beim ersten Blick ins Publikum viel auf, dass nicht wenige der Anwesenden mit Insomium-Merchandise bekleidet waren. Dementsprechend war von Anfang an eine gute Stimmung unter den Zuschauern. Stücke wie "The Killjoy" und "The Day it all came down" wurden vom ersten Ton an lautstark bejubelt. Sänger Niilo glänzte nicht nur gesangstechnisch am Mikro, sondern konnte auch mit seinen, in sehr gutem Deutsch gesprochen Ansagen beeindrucken. Die Band wirkte ausgelassen, legte eine große Spielfreude an den Tag und ließ sich von ‚ihrem' Publikum feiern. Als der letzte Song angekündigt wurde, kamen einige Unmutsäußerungen und Rufe nach mehr aus dem Publikum, doch es ist nun mal das Los einer Vorband, keine Zugaben geben zu dürfen und so mussten Insomnium nach 40 Minuten die Bühne räumen. Ich denke, dass Sie an diesem Abend den einen oder anderen Fan dazu gewonnen haben.
Setlist:
The Gale
Mortal Share
Drawn To Black
The Killjoy
The Bereavement
Change of Heart
The Elder
The Day It All Came Down
Devoid of Caring
Swallow the Sun
Als Swallow the Sun die Bühne betraten, kamen einige Kommentare aus dem Publikum "Das ist ja der selbe Keyboarder. Inzucht!" etc., doch davon ließen sich Swallow the Sun nicht beeindrucken. Ihrer Tradition folgend, wurde die gewohnte 'Stageperformance' geboten ("Wer sich am meisten bewegt, verliert."), aber etwas anderes würde auch nicht zu ihrer Musik passen. Trotz allem zeigte sich Sänger Mikko überaus gesprächig, was in diesem Ausnahmefall jedoch einige Gefahren barg. Denn nachdem er "Don't Fall Asleep" angekündigt hatte erklang "Out Of This Gloomy Light", was er dann in der nächsten Ansage korrigierte "But now it's really ‚Don't Fall Asleep'". Ein Plus, das sie am heutigen Tag hatten, war die gute Abstimmung und der sehr klare Sound im Colos-Saal und so waren die Cleanvocals, die oft bei anderen Auftritten im Dickicht der Musik untergehen, sehr gut zu hören. Neben von der Band gerne gespielten Songs, wie "Descending Winters" und "Swallow", die bei keinem Auftritt fehlen dürfen, hielt das heutige Set auch eine Überraschung parat. Das sehr langsame "The Ship" wurde ins Programm aufgenommen, mit dem leider so einige im Publikum aufgrund der für sie ungewohnten Geschwindigkeit nichts anfangen konnten. Doch der Magie, welche die Band vor allem mit ihren weniger schnellen Stücken aufbaut, kann man sich kaum entziehen und es fasziniert immer wieder aufs Neue, welch gefühlsintensive Atmosphäre die Band mit ihrem doomigen Sound kreiert. So standen nicht wenige nach dem Weckruf in Form von "Swallow" noch einige Zeit da, um sich von diesem fast 60 minütigen Bann zu lösen. Tolle Show.
Setlist:
Hope
Descending Winters
Out Of This Gloomy Light
Don't Fall Asleep
The Ship
These Hours Of Despair
Deadly Nightshade
Swallow
Amorphis
Nachdem die Bühne vom Equipment der Vorbands geräumt war, hatten Amorphis jede Menge Platz und den benötigte vor allem der sehr agile Sänger Tomi Joutsen. Nachdem das folkartige Intro verklungen war, machten sie mit "Perkele" den Einstieg ins Set. Vom ersten Ton an, war es mit der Zurückhaltung im Publikum vorbei und es wurden ordentlich Haare geschüttelt. Amorphis zeigten sich an diesem Abend sehr spielfreudig, der Sänger hüpfte wie ein Derwisch über die Bühne und auch der Rest der Band stand nicht wie angenagelt auf ihren Plätzen. Wie schon die Vorbands, hatten sie einen klaren und nicht verschwommenen Sound und so gingen vor allem die kleinen Details und die Verspieltheit in der Gitarrenarbeit nicht in einem Soundbrei unter. Der Sänger überzeugte stimmlich durch seinen hervorragenden Wechsel zwischen Growls und Cleangesang. Sie boten einen guten Querschnitt aller Alben und das aktuelle Album war in der Songauswahl nicht über repräsentiert. Drei Zugaben wurden nach dem regulären Set noch gespielt. Nachdem der Klassiker "Black Winter Day" verklungen war, machte sich ein sichtlich zufriedenes Publikum auf den Nachhauseweg.
Setlist:
Perkele
Leaves Scars
A Servant
The Smoke
On Rich And Poor
Drowned Maid
Her Alone
Silent Waters
Against Widows
Sign From The North Side
Alone
My Kantele
The Castaway
Zugaben:
Towards And Against
House Of Sleep
Black Winter Day
zu den Bildern:
Amorphis
Swallow the Sun
Insomnium
www.amorphis.net
www.swallowthesun.net
www.insomnium.net
6. Dezember 2007
Sonia © finnbands.com