Nach diversem Hin und Her mit bestätigten, wieder gecancelten und vom Datum her umgelegten Terminen sollte es tatsächlich zum Konzert von Private Line am 28. Dezember 2006 im Kuudes Linja in Helsinki Kallio kommen.
Am Vortag trafen wir noch Jack und Spit beim rechtzeitigen Aufhängen von Plakaten, die aber nicht wirklich nötig gewesen waren (und so war es hoffentlich auch nicht so schlimm, dass ich eins nach wenigen Stunden gleich wieder abpflückte).
Zum Konzert:
Ich war nicht ganz sicher, ob es an mir lag, aber ich fand den Ton teilweise richtig schlecht. (Es kann durchaus an mir gelegen haben, denn hinten soll der Ton überaus gut gewesen sein.) Und ich werde wohl nie betrunkene finnische Teens leiden können. Dabei war das doch ein K-18 Gig… naja, uns hatte auch niemand nach dem Ausweis gefragt. Aber von vorne.
Hätte Pekko mir nicht erklärt, wo das Kuudes Linja war, hätte ich es nie gefunden. Direkt an der Bahnstation war eine gute Aussage, aber es war weder ein Hinweis am Durchgang zum Hinterhof, noch konnte man an der Eingangstür irgendetwas erkennen. Klein stand dort der Name der Location, was aber nicht zu sehen war, da sich etwa 10 Leute vor der Tür drängelten.
Was es ihnen gebracht hatte, wusste man nicht so genau, denn nach dem Einlass, saß man erst einmal herum und trank einen Schluck. Was den Einlass selbst betrifft, gibt es nur Geschichten zum Schmunzeln. Es wurden immer zwei bis vier Leute eingelassen, danach war die Tür wieder zu und die anderen mussten warten (und frieren).
Es war nicht so klar, wann es beginnen würde, aber nach einiger Zeit war klar, dass es keinen Support geben würde.
Um etwa Viertel nach 11 betraten die Herren die Bühne und legten mit Evil Knievel Faktor in altbekannter Manie los. Das einstündige Set war überwiegend geprägt von Songs des aktuellen Albums wie Prozac Nation, Sound Adivce, Sindicate, Alive und Billion Star Hotel; aber auch Dauerbrenner wie Cheerleaders, 1 800 out ouf nowhere oder Grown Like Others fehlten nicht. Ebenso wurden die Sommerkracher Broken Promissed Land und Uniform performt.
Auf Aufforderung eines Roadies wurde einiges an Lärm gemacht (normalerweise schont man bei Private Line besser seine Stimmbänder, die kommen sowieso nicht wieder) und sie erschienen wieder, um drei Lieder als Zugaben zu spielen und sich mit Forever and a day zu verabschieden.
Somit also vielleicht mein längstes Konzert bisher und definitiv das am internationalsten besuchte. Dennoch war die Hauptsprache auf der Bühne Finnisch, nur ab und zu kamen von Spit Brocken auf Spanisch oder Deutsch. Aber es wurden diverse Nationen aufgefordert, sich bemerkbar zu machen... - the english speaking people, die Spanier, die Italiener, die Deutschen (ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mir die Rammsteineinlage auf der Bühne eingeredet habe oder ob sie tatsächlich da war) und die Finnen, denn davon waren auch eine Menge da.
Um halb eins war Ende und wir gingen ziemlich schnell - um festzustellen, dass doch keine Bahn mehr fahren würde, auch nicht vom nächsten größeren Umsteigeplatz, wo Bahnen in diverse Richtungen fuhren. Der Wind hatte nachgelassen und somit war es auch ok, die dreiviertel Stunde zu Fuß zu gehen.
Hätte man das gewusst und sich nicht auf den Fahrplan der Bahnen in die andere Richtung verlassen (was ein Blödsinn, echt mal!), hätte man auch noch auf einen Drink bleiben können.
zu den Bildern
privatelineweb.com
2. Januar 2007
Niina © finnbands.com