
Line Up:
Mute8
PSG
Day Eleven
Flinch
United Underworld
The Winyls
Private Line
Das Motto "Rock gegen Kinderpornographie" stammt ursprünglich aus Deutschland, als nächstes wurde ein Team in UK gebildet und als drittes war Finnland an der Reihe um auf dieses problematische, leider viel zu oft totgeschwiegene Thema aufmerksam zu machen.
Eine Gruppe von Studenten fand sich zusammen und organisierte das erste Konzert zu diesem Thema in Finnland.
Dieses Konzert war eine Charity Veranstaltung und jeder eingenommene Cent kommt dem Kampf gegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie sowie den Opfern zugute.
Und 12 Euro Eintritt sollte nicht zuviel verlangt sein für den guten Zweck und dieses Aufgebot an Bands!
Bereits um 18.30 Uhr begannen
Mute8, die ich jedoch verpasste, da ich meine Zeit mit den Jungs von Flinch verbrachte.
Ich kam gerade rechtzeitig zu
PSG um 19.05 Uhr. Besonders der Gitarrist mit seinen Engelsflügeln lieferte eine ereignisreiche Show, lief ununterbrochen auf der Bühne herum und verteilte unter anderem vier T-Shirts in die vollbesetzte erste Reihe und die etwa zwei Meter dahinter befindliche zweite Reihe.
Ansonsten waren um diese Uhrzeit lediglich die "Sitzplätze" an der Seite des Nosturi belegt oder man tummelte sich im K18 im hinteren Hallenbereich. Der Rest des Saals war leer.
Der Sänger ließ sich nicht davon abhalten, dem Drummer auszuhelfen, wenn er nicht gerade über die Bühne sprang. Musikalisch fand ich die Show eher langweilig, denn für mich hörten sich alle vier Songs gleich an.
Nach der Umbauphase wurden Susi und Susanna als Vertretung für die Veranstalter von Timo Kotipelto und Heta Hyttinen über die Hintergründe des Konzertabends interviewt, bevor um 19.50 Uhr
Day Eleven an der Reihe waren. Hier wusste ich, was mich erwarten würde, waren doch Day Eleven einer der Gründe meines Erscheinens. Leider war die energiegeladene Show bereits nach 25 Minuten wieder zu Ende (und Olli offensichtlich froh, sein nasses Longsleeve gegen ein trockenes T-Shirt tauschen zu können). Eigentlich hätte ich gedacht, dass "Whenever you say you love me" nur in Deutschland der meist erwartete Hit der fünf Jungs aus Tampere ist, aber es war auch hier so. Sie rockten das Nosturi vor mittlerweile etwa fünf begeisterten Reihen.
Auch vor
Flinch wurde wieder zum Thema interviewt und dieses Mal ging es um den Schutz vor Missbrauch im Internet.
Vor dem Konzert sagte Ville mir, dass er keine Probleme damit hätte, als Jonnes kleiner Bruder bekannt zu sein. Sein Bühnenoutfit unterstrich dieses: schwarze Weste mit nichts drunter, gepunktete Krawatte und gestreifte Mütze. Aus dem Gesicht geschnitten sind die beiden sich sowieso.
Ein Großteil des Publikums schien extra für Flinch gekommen zu sein - was schon vor dem Konzert deutlich geworden war, musste ich doch Ville aus einer Fotosession und von weiteren wartenden Mädels lösen.
Flinch rockten mit neuem Line-Up und neuen Songs und die Show gefiel mir wesentlich besser als die der Band von 2006. Die neue Zusammensetzung und wohl auch die dazu gewonnene Erfahrung haben gut getan!
Nicht so ganz ins Line-Up des Tages passten
United Underworld und dennoch waren sie der zweite Grund für meine Anwesenheit, mag ich doch Ville Tuomis Stimme und sein Bühnenauftreten schon seit 2001. Die erste Reihe wurde weiter kräftig von den auf Private Line wartenden Mädels mit Beschlag belegt, die meisten dahinter waren verschwunden und nach und nach trudelten die männlichen Besucher der Veranstaltung ein, um "ihre" Band zu feiern. Ville war wie immer energiegeladen - klasse - auch mit den nicht Suburban Tribe Jungs!
Eingeleitet von einem kurzen Interview mit Sammy betraten
The Winyls als erste Band des Abends mit kurzer Verspätung die Bühne, durften dafür aber auch 40 Minuten vor sich nach und nach füllenden Reihen rocken, in denen unter anderem auch der PSG Gitarrist (jetzt ohne Engelsflügel) begeistert herum sprang. Die fünf Helsinkier lieferten eine energetische Show, bei der zum ersten Mal an diesem Abend ein Keyboard aufgebaut war. Allerdings wurde dieses abwechselnd oder auch gleichzeitig mit einer Gitarre bedient. Der ab und an stur dastehende Sänger schmiss gelegentlich seine Tamburine über die Bühne oder kaute darauf herum, wenn er sie nicht gerade von gelangweilt abwartenden Mädchen in der ersten Reihe bespielen ließ.
Kaum hatten The Winyls die Bühne verlassen, wurde ein Vorhang zugezogen und die Umbauphase zu
Private Line begann. Als letzte Band des Abends betraten sie kurz nach 23.00 Uhr die Bühne und starteten mit "Prozac Nation" ihr Set. Ich persönlich fand diesen Song als Einstieg nicht besonders gut gewählt, aber sie werden sich wohl etwas dabei gedacht haben. Ihr gut einstündiges Set umfasste eine Mischung aus allen drei Alben (ich zähle die "Six Songs of Hellcity Trendkill" als Album) und endete traditionell in "Last Night on Earth" woraufhin von dem nun doch relativ gut gefüllten Nosturi (wo kamen die Leute plötzlich alle her?) eine Zugabe verlangt und mit "Grown like others" gewährt wurde.
Ein guter Abschluss eines gelungenen Abends.
Dennoch hoffe ich, dass es nicht mehr allzu viele Konzerte unter diesem Motto wird geben müssen, denn sie werden so lange durchgeführt, wie es Kindesmissbrauch und Kinderpornographie zu bekämpfen gilt.
Let's spread the word and rock for our children!
pictures:
PSG
Day Eleven
Flinch
United Underworld
The Winyls
Private Line
www.myspace.com/rokkaalapsipornoavastaan
19. Januar 2008
Niina © finnbands.com