Nachdem wir unseren ersten Tag in Berlin hauptsächlich mit harter Arbeit verbrachten, beschlossen wir am Zweiten, etwas genauer hinzusehen und die Geschehnisse für die Nachwelt aufzuschreiben.
Nach einigem Trouble wegen einfach nicht kommen wollender Taxen und viel Telefoniererei schafften wir es mit lediglich einer knappen Stunde Verspätung im Wild at Heart einzutreffen. Allerdings kam der deutsche Support auch gerade erst und so wurde in aller Eile mit dem Aufbau begonnen und es blieb lediglich Zeit für den Soundcheck von So Called Plan wegen des "Gayboards". Bevor um 20 Uhr die Türen geöffnet wurden blieb nur noch kurze Zeit für den Soundcheck von Wochenendticket und ein schnelles Wegräumen des gerade nicht benötigten Equipments in den Backstagebereich. Verpasstes würde schnell zwischen den Konzerten nachgeholt werden.
So nun betraten um 21 Uhr die aus Rathenow stammende Punkband
Wochenendticket die Bühne - abgespeckt auf 3 Personen, da der Bassist Stubenarrest hatte und der Schlagzeuger erst 16 ist und mitten in der Woche so lange Abends nicht mehr weg durfte. (Kein Witz!) Sie hatten ihre beiden Gitarristen dabei und der Sänger ließ sich hinter dem Schlagzeug nieder, welches er am Tag zuvor das erste Mal bediente. Er spielte mehr oder weniger eine halbe Stunde lang das Gleiche, aber für den zweiten Versuch machte er seine Sache gut. Allerdings wäre es von Vorteil, die Band in vollständiger Besetzung zu sehen, um eine qualifizierte Meinung abgeben zu können.
Nach einer kurzen Umbauphase und einem ebenso kurzen, nachgeholten Soundcheck betraten heute als erste finnische Band
The Jade das Podest des Wild at Heart. Sie rockten das Haus, als hätten sie nie etwas anderes gemacht und wenn ich eben schon über Drummer sprach, kann ich auch hier nur erwähnen, dass Sirpa immer besser wird, als sie ohnehin schon war, als ich mein erstes Livevergnügen mit The Jade hatte und ich einfach aus dem Staunen nicht heraus kam, was sie so alles aus einem Schlagzeug zaubern kann. Einsame Spitze! Willes Mikro machte leider einige Mucken, wurde aber glücklicherweise schnell gegen ein anderes ausgetauscht, dass den Zuhörern die Freude am Ton nicht genommen wurde - jedenfalls nicht, wenn man nicht direkt vor dem Monitor stand ;)
Setti (Leipzig, müsste aber Berlin entsprechen):
Roseate Sky
Seventeen
It's a sin
Solitary Soul
When Heaven Calls
Roses Are Burning
Kings Cross
Everlasting memorial
Drowning
2000 Seconds
Als nächstes folgten
PSG. Die Band von der mir nachgesagt wurde, sie zu hassen. Aber erstens haben wir dieses Gerücht aus der Welt geräumt, denn dem war nie so und zweitens haben sie mich eindeutig überzeugt am heutigen Abend. Der Sound war endlich hergestellt und die Jungs waren richtig dosiert gut drauf. Wege mit schwarzer Perücke wusste im Gegensatz zum Vorabend auch, etwas mit dem Bass, der da um ihn hing, anzufangen und ihn zu spielen (Das lasse ich mal so offen stehen!) - jedenfalls so lange, bis Joni (SCP) ihm seinen lieh (was schief ging bekam ich leider nicht mit), damit es weitergehen konnte. Mike ließ es sich nicht nehmen, Saulis "Gayboard" ansatzweise zu zerstören - denn eine auf dem Boden liegende Taste ist nicht normal. Und für Miika war scheinbar die Bühne zu klein, oder Mike sprang ihm zu oft vor der Nase herum oder beides, jedenfalls hielt er sich häufig vor selbiger auf. Bereits am Vorabend wurde die Abwesenheit seiner Flügel bemängelt, jedoch schienen diese im Handgepäck keinen Platz mehr gefunden zu haben (wie andere Sachen auch nicht, aber auch das lassen wir mal dahin gestellt).
So called Plan waren gestern noch Opener der Tour, heute waren sie Headliner, wenn man es so nennen will, oder eben Abschluss des Abends. Sie selbst bezeichneten dies als "our worst concert ever", denn irgend etwas soll mit dem Bass nicht gestimmt haben. Aber außer den Vieren aus Turku fiel das wohl niemandem auf und die vor der Bühne befindlichen Leute fanden die Show, die Musik, die Jungs und selbstverständlich das "Gayboard" (jedenfalls die, die wissen worum es geht) gut. Metalliger Punkpoprock vom Feinsten. Allerdings wundere ich mich noch immer, warum Ville nicht mehr singt - denn genau das war mir von meinem ersten Vergnügen mit SCP vor fast genau 2 Jahren in besonderer Erinnerung geblieben. Aber vielleicht lag es auch an der Setlist.
Alle drei Bands: gerne und jederzeit wieder!
Im Übrigen gibt es von der Afterparty noch eine Nachricht von PSG: Mike verkündete offiziell "Mr! Sir! Arse" als neuen dauerhaften PSG Drummer, da er auf der Tour bisher so einen guten Job machen würde. Und "I'm a rockstar, so I can drink wine for breakfast!" half ihm am nächsten Tag nach Sektdusche und ausgiebiger Feier all night long sicherlich auch. (Ist es vergebens zu erwähnen, dass er dachte, in dem Tetrapack wäre Saft und er lediglich nicht guckte? Schließlich will ich ihn nicht schlechter machen, als er ist ;))
pictures:
The Jade
PSG
So Called Plan
Links:
The Jade
PSG
So Called Plan
18. April 2008
Niina © finnbands.com