Der Donnerstag vor dem Tuska Festival bedeutet für den geneigten Konzertgänger in Helsinki Entscheidungsfreudigkeit. Nightwish weihten die Mainstage ein, diverse Opening Partys fanden in den Clubs der Innenstadt statt und im Nosturi sollten auch einige Bands auf der Bühne stehen. Dass außerdem noch das Halbfinale der Fussball EM lief, in dem Deutschlands Finalgegner ausgespielt wurde, lassen wir mal dahin gestellt.
Also machten wir uns auf ins Nosturi, leider erst gegen 22 Uhr, denn auch für das leibliche Wohl will ab und an gesorgt sein. Somit verpassten wir unglücklicherweise zwei Bands und erschienen gerade rechtzeitig zu einem merkwürdigen Wettbewerb, bevor
End of You die Bühne betraten.
Erwartungsgemäß war der hintere Bereich (k18) mit den männlichen Konzertbesuchern gefüllt, während die weiblichen Vertreter sich abmühten, die erste Reihe zu füllen. Das Nosturi war sehr schwach besucht, was sich wohl durch die enorme Auswahl an Veranstaltungen diesen Abend erklären lässt.
Ich hatte hohe Erwartungen an End Of You mitgebracht, wurde mir diese Band im Vorfeld doch so sehr ans Herz gelegt- um dann leider eher enttäuscht zu sein von dem Bild, was sich bot: Sänger Jami ist ein perfekter Ville Valo Imitator, die Mimik, die Bewegungen, die Frisur und auch die Klamotte. Musikalisch lassen sich ebenso Ähnlichkeiten feststellen. Schade, alles andere als innovativ, denn das was sie taten, taten sie gut - und dabei sollten sie versuchen ihren eigenen Stil zu finden. Sie spielten sieben Songs und schafften es mit den beiden letzten doch noch, mich positiv zu überraschen. Endlich ging die Post ab, Bewegung kam auf die Bühne und End of You zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, sie selbst zu sein und dass Jami es nicht nötig hat, sich am Mikrophon festzuhalten, sondern auch über die Bühne springen kann.
Bitte mehr davon, mehr End of You, weniger versuchen zu sein, was man nicht ist. Und vielleicht das nächste Mal mehr Spielzeit, wenn man so lange auf die guten Sachen warten muss und weniger nervige Gewinnspiele auf der Bühne!
Als nächste Band folgten
Sic (Faroe Islands) - nie davon gehört, zuvor ein paar "komisch" aussehende Jungs um uns gesehen. Diese zwar der richtigen Band zugeordnet, aber in den falschen Musikstil - irgendwo zwischen Glamrock und Nu Metal - jung, niedlich und mit viel Make Up, so dachten wir.
Aber als der Vorhang aufging und sie loslegten, waren wir positiv überrascht, denn sie rockten richtig. Selbst bezeichnen sie sich als Trash / Hardcore / Metal. Mit viel Aktion und guter Laune fegten sie über die Bühne und präsentierten eine abwechslungsreiche Show, die uns den Abend rettete.
Sie sind keine finnband, aber dennoch würden wir sie weiterempfehlen!
Letzte Band des Abends war
Deathchain, ziemlich "death" wie der Name schon sagt. Bekanntlich ist das nicht meins, wenn es um Musik geht. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber es hinderte mich erstens daran, sie mir länger als einen Song anzusehen und zweitens daran, sie zu reviewen. Wer sich für sie interessiert, sollte sich ein eigenes Bild machen.
Photos:
End Of You
SIC
End of You
Sic
27. Juni 2008
Niina © finnbands.com